Digitalisierung in der Fitnessbranche


Unsere Welt wird immer digitaler und schnelllebiger, unsere Daten mit nur einem Fingerabdruck und zwei Klicks abrufbar. Auch in der Fitnessbranche bekommen wir diesen Trend zu spüren. Im Wettrüsten darum, wer die neueste Technik und die neusten Geräte in seinem Studio nutzt und verbaut ist noch lange kein Ende in Sicht.
Wir wollen euch für das Thema sensibilisieren und klären, in welchen Fällen die Digitalisierung überhaupt sinnvoll ist. Häufig werben neu entstandene Studios mit den neuesten digitalen Trends, aber oftmals steckt dahinter nur eine Werbestrategie und soll einen anderen traurigen Trend in der Branche kaschieren : den Mangel an qualifiziertem Fachpersonal.
In dieser Serie gehen wir auf verschiedene Bereiche der Digitalisierung ein, vom heimischen Bereich bis in die Studios. 


Teil 1 - Fitnesstracker

Man sieht sie überall, gefühlt jedes Handgelenk schmückt eine digitale Uhr oder ein Schrittzähler. Auf die Frage "Wie war dein Tag?" wird gerne auch mal in geantwortet: "15.000 Schritte heute, das war ein erfolgreicher Tag."  

Müssen wir uns schlecht fühlen, wenn wir gewisse Ziele nicht erreichen? Und wer setzt diese Standards? 
Sind Fitnesstracker wirklich sinnvoll und was muss ich beim Kauf und bei der Nutzung beachten ? 

Welche Funktionen haben Fitnesstracker ? 

Die Funktionen von Fitnesstrackern lassen sich in zwei Aspekte aufteilen, denn nicht jeder Fitnesstracker ist eine Smartwatch. Deshalb unterscheiden wir in Gesundheitsdaten und Smart-Funktionen. 

 

Wenn es um die gesundheitsbezogenen Daten geht, die erhoben werden, 

ist die wohl bekanntesten Funktion, die Erfassung der gesamten Schritte pro Tag.

 

Die Messung der Herzfrequenz ist abhängig vom Gerät. Nicht jeder Fitnesstracker besitzt die Möglichkeit die eigene Herzfrequenz zu messen. Wenn du Wert auf diese Erfassung legst, dann schau dir die Produktbeschreibung an oder frag den Verkäufer explizit danach. Manche Hersteller bieten das Gleiche Modell in unterschiedlichen Varianten an, oftmals findet sich der Unterschied schon im Produktnamen. Schaut daher für die Abkürzung "HR" im Namen. 

 

Die Messung der Schlafdauer und Schlafqualität sind noch nicht ganz verbreitet und sind oftmals nur in höherpreisigen Trackern zu finden. Sie zeichnen die Herzfrequenz, Bewegungen während des Schlafens und manchmal auch die Atemfrequenz auf und werten diese Daten aus. 

 

 

Einige Tracker lassen dich sogar deine Trainingseinheiten aufzeichnen und geben dir Aufschluss über Dauer und Intensität. In der zugehörigen App bekommst du dann einen Überblick über deine Einheiten und weitere Zusatzinfos wie die gelaufene Strecke, Geschwindigkeit und vieles mehr. 

 

Weitere Funktionen von Fitnesstrackern können die Messung von Stresslevel, Atemfrequenz und Kalorienverbauch sein. 

Neuere Fitnesstracker bieten häufig sogar die Möglichkeit den Menstruationszyklus mit Symptomen manuell zu erfassen und über die App auszuwerten, sowie vorherzusehen.  

 

Wenn wir uns Smartfunktionen anschauen, so besteht die Möglichkeit sich Benachrichtigungen vom Handy auf der Uhr anzeigen zu lassen. Auch hier gibt es große Unterschiede, die oftmals Hersteller-, Qualitäts- und Preis-abhängig sind. 

 

Whatsapp anzeigen und beantworten, Anrufe sehen und sogar entgegen nehmen, Telefonieren über die Smartwatch, all das ist möglich. 

Welche Vorteile bieten Fitnesstracker ? 

Fitnesstracker geben die Möglichkeit sein Training nachzuverfolgen und einen allgemeinen Gesamteindruck über seine Gesundheitsdaten zu bekommen. Man sieht in etwa wie lange man geschlafen hat und wie aktiv man über den Tag war. Es ist durchaus sinnvoll sich über seine Aktivitäten einen Überblick zu verschaffen, denn in der Realität sieht es eher so aus, dass man sich aktiver schätzt, als man es tatsächlich ist. 

"Ich nehme ja überall die Treppe statt den Aufzug", hört man dann häufig. Allerdings wird man sich wundern, wie wenig Schritte das in der Gesamtsumme ausmacht. 

Viele Fitnesstracker besitzen einen Inaktivitäts-Alarm, der unter bestimmten Voraussetzungen Vibriert, um den Träger daran zu erinnern, dass man sich in der letzten Stunde beispielsweise zu wenig bewegt hat. 
Mittlerweile gibt es sogar Fitnesstracker, über die man Musik hören kann und welche sogar einen Notruf absetzen können. 

 

 

Auch aus medizinischer Sicht kann ein Fitnesstracker von Vorteil sein. Patienten mit Bluthochdruck oder Herzkrankheiten und Ähnlichem, wird häufig vom Arzt geraten, bei Belastungen in bestimmten Herzfrequenzbereichen zu bleiben. 

Und auch die Erfassung des Trinkverhaltens oder der Symptome während der Periode können für eine spätere ärztliche Konsultation aufschlussreich sein. Anzumerken ist hier aber, dass der Fitnesstracker niemals den Arzt ersetzt, die Daten nicht zu 100% korrekt sind und diese Daten auch manuell erhoben werden und mit Hilfe eines Tagebuchs gespeichert werden können. 

Welche Nachteile bieten Fitnesstracker ? 

Auch wenn Fitnesstracker viele Vorteile bieten und im heutigen digitalen Zeitalter tolle Zusatzfunktionen mitbringen, sollte man sich auch der Nachteile bewusst sein. 
Der Fitnesstracker kann niemals einen Arzt ersetzen und die erhobenen Daten können oft fehlerhaft sein. 

Die gesammelten Gesundheitsdaten liefern einem letztendlich ein Profil von sich selbst. 

Heißt das deshalb, dass ich nicht aktiv bin, weil ich die 10.000 Schritte nicht schaffe? 

Man sollte sich deshalb vorher immer gut überlegen, ob man sich von den Daten unter Druck gesetzt fühlen könnte und wie man seine Zielvorgaben realistisch steckt. 

Auch der Inaktivitäts-Alarm kann unrealistische Standards setzen, denn wenn der Tracker auf einmal im Meeting vibriert und "jetzt bewegen" anzeigt, wird wohl niemand sofort aufspringen. 

Das Gleiche gilt für Benachrichtigungen über Smartfunktionen. Man ist immer erreichbar. Das Handy liegt in der Konferenz zwar in der Tasche, aber ein kurzer Blick auf den Tracker und man weiß worum es geht. Ist der eingehende Anruf wichtig, hat mein Kind mal wieder nicht auf Oma und Opa hören wollen? 

Und zu guter Letzt, alle Daten werden gespeichert. Niemand weiß, wie sicher die Server sind, auf denen sie landen. 

 

 

 

Vor einem Kauf eines Trackers sollten daher die für einen persönlichen Vor- und Nachteile bedacht werden. 

Wie entscheide ich, welcher Tracker sinnvoll für mich ist ? 

Im ersten Schritt sollte man sich überlegen, welche Funktionen man wirklich nutzen wird und welche Ansprüche man an das Gerät stellt. 

Im zweiten Schritt sind die technischen Voraussetzungen zu klären. Die benötigte App sollte natürlich mit dem Smartphone kompatibel sein (iOs vs. Andorid). Schaut auch in die Produktbeschreibung, dort steht welche Bluetooth und Android Version euer Smartphone haben muss, um sich mit dem Tracker zu verbinden. 

Es gibt vereinzelt auch noch Tracker, die nicht mit einem Smartphone verbunden werden müssen, diese erfordern eine regelmäßige Verbindung mit einem Computer, die Daten sind dann über das Internet einsehbar. 

Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Aspekt in der Wahl eines Trackers ist, sich Testberichte durchzulesen, verschiedene Geräte gleicher Kategorien zu vergleichen und Preise zu beobachten. Dieses Vorgehen gibt euch mehr Aufschluss über Akkulaufzeit, Bedienung und Praxistest. 
Fitnesstracker kommen in verschiedenen Designs, von kleinen Broschen, über einfache Gummiarmbändern bis hin zu Smartwatches, den Vorstellungen des Käufers sind kaum Grenzen gesetzt. Man findet sportliche Varianten bis hin zu Geräten aus Edelstahl mit Lederarmbändern. Viele Geräte sind heute sogar selbst anpassen, indem man das Armband wechselt. So kann man einen recht sportlich aussehenden Tracker auch mit Lederarmband im Büro tragen. 

 

 Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Fitnesstracker sowohl einen positiven, als auch einen negativen Einfluss haben können. Man sollte sich vor einem Kauf immer gut beraten lassen und abwägen, welche Funktionen wirklich sinnvoll sind.